Wärme in kalten Wintertagen
Gossau, 15. Dezember 2025 – Rund 6 Monate pro Jahr sind unsere Heizungen in Betrieb. Da lohnt es sich, die Heizanlage regelmässig zu warten und die Einstellungen in bestimmten Abständen zu überprüfen. «Eine umfassende Prüfung der Heizung sollte durch Fachpersonen durchgeführt werden», empfiehlt Martin Künzler, Energieberater bei den Stadtwerken Gossau, und ergänzt: «Kleine Anpassungen können aber auch von der Eigentümerin und dem Eigentümer oder von der Mieterin und dem Mieter vorgenommen werden.» Dabei komme es immer darauf an, welche Art von Wärmesystem im Gebäude installiert ist. Fussbodenheizungen sollten besser von Fachpersonen überprüft und gewartet werden. Bei Radiatoren sei ein Entlüften selber machbar und einfach umzusetzen, so der Experte.
Luft im Heizkörper ist ein häufiger Grund, weshalb es nicht richtig warm wird. Dann sollte die Heizung entlüftet werden. Martin Künzler sagt: «Luft im Heizkörper führt dazu, dass die Wärme schlechter transportiert wird, was zu tieferen Zimmertemperaturen führt. Mit der Entlüftung kann dieses Problem einfach behoben werden.» Ein zusätzlicher Nebeneffekt einer entlüfteten Heizung: Weniger Energieverbrauch und letztlich mehr Geld im Portemonnaie.
Fernwärme – weitestgehend wartungsfrei
Wer einen Heizungsersatz plant, der wird sich sicher auch mit der Frage nach einer möglichst wartungsfreien Wärmelösung befassen. «Was die Wartung der Heizanlagen angeht, haben Fernwärmelösungen sicher die Nase vorn», weiss Martin Künzler. «Heizen mit Fernwärme ist eine ausgereifte Methode für die Wärmeversorgung», sagt er. Dabei werde die Wärme ausserhalb des Gebäudes gewonnen und mit speziellen Fernwärmeleitungen bis zum Hausanschluss transportiert. Der Anschluss im Gebäude ist platzsparend, denn weder Brenner noch Kamin oder Öltanks sind nötig. Bestehende Heizkörper können an die Fernwärmeleitung angeschlossen werden. Wartungsarbeiten wie Tankrevision oder Arbeiten durch die Kaminfegerin und den Kaminfeger sind nicht mehr nötig. «Die Fernwärmelösung ist nicht nur besonders nachhaltig, sondern auch weitestgehend wartungsfrei und platzsparend», erklärt der Energieberater.
Allerdings sind solche Lösungen in Gossau aktuell noch nicht verfügbar. «Wir arbeiten derzeit an einer Fernwärmelösung für das Mettendorf und den Stadtkern Gossau», verrät Künzler. Es entstünde ein neues Leitungsnetz, das in den betroffenen Gebieten gebaut werden müsste. Künzler ist überzeugt, dass eine Versorgung des Zentrums und des Mettendorfs viele Vorteile für die Stadt und die Bevölkerung bietet: «Fernwärme ist nicht nur besonders nachhaltig, sondern bietet eine hohe Versorgungssicherheit. Sie ist eine platzsparende Alternative zu Wärmepumpen oder Geothermie, die in dicht besiedelten Gebieten nicht immer umsetzbar sind.»
Wie entlüfte ich meine Heizung?
- Heizung ausschalten oder den Thermostat des betroffenen Radiators komplett zudrehen.
- Legen Sie einen Lappen unter den Heizkörper, um austretendes Wasser auffangen zu können und den Boden zu schützen.
- Halten Sie ein Gefäss unter das Entlüftungsventil und öffnen Sie es mit einem Entlüftungsschlüssel.
- Drehen Sie das Ventil langsam auf. Achten Sie dabei darauf, es nicht komplett zu öffnen. Meist reicht eine halbe Drehung und es beginnt zu zischen.
- Wenn das Zischen aufhört, beginnt Wasser auszutreten. Jetzt ist der Heizkörper entlüftet.
- Schliessen Sie das Ventil wieder und führen Sie den Vorgang bei Bedarf bei weiteren Heizkörpern durch.
- Überprüfen Sie den Druck im Heizsystem. Durch das Entlüften könnte der Druck im System gesunken sein.
- Bei Bedarf das System wieder nachfüllen.
Vom Heizen und Wärmen – unser Heiz-ABC klärt auf
Abwärme
Die Abwärme entsteht häufig in technischen oder industriellen Prozessen. Es handelt sich um Wärmeenergie, die mithilfe moderner Technologien in eine nutzbare Energiequelle umgewandelt werden kann. Oft wird Abwärme für Fernwärmelösungen genutzt.
Biomasse
Organisches Material wie Pellets oder Holz, das als Brennstoff zur Energiegewinnung verwendet wird.
Dekarbonisierung
Die Verringerung von CO2.
CO2-neutrale Heizungen sind zum Beispiel Wärmepumpen, mit Biogas betriebene Gasheizungen und Fernwärmeheizungen.
Elektroheizung
Diese Heizform wandelt elektrische Energie, also Strom, in Wärme um.
Fussbodenheizung
Rohre verlaufen unter dem Fussbodenbelag und werden mit ca. 40 Grad warmem Wasser, das durch die Rohre fliesst, erwärmt. Obwohl bereits das alte Rom Fussbodenheizungen kannte, hatte die moderne Fussbodenheizung ihren Durchbruch erst in den 1970er-Jahren.
Heizkessel
Der Heizkessel ist das Herzstück einer Gas-, Öl- oder Holzheizung. In ihm wird der Brennstoff zugeführt und möglichst effizient sowie gleichmässig verbrannt. Die entstehende Wärme wird dann an das Heizsystem abgegeben.
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe zählt heute zu den beliebtesten Heizsystemen. Sie gewinnt Wärme aus der Aussenluft und nutzt diese sowohl zum Beheizen des Gebäudes als auch zur Warmwasseraufbereitung. Mithilfe elektrischer Energie wird Kältemittel verdichtet, wodurch die Temperatur stark ansteigt. Die so erzeugte Wärme wird anschliessend an das Heizsystem abgegeben.
Ölheizung
Laut Energiegesetz dürfen bestehende Ölheizungen weiterhin betrieben werden, allerdings unter bestimmten Einschränkungen. Die Bedeutung von Ölheizungen nimmt zunehmend ab, da die technologische Entwicklung neue, effizientere Möglichkeiten zur Wärmebereitstellung bietet.
Wärme
Im Wärmeverbund werden mehrere Gebäude aus einer zentralen Energiequelle mit Wärme versorgt. Zur Erzeugung der Wärme kommt sowohl Abwärme aus industriellen Prozessen als auch die Wärme aus dezentralen Heizkraftwerken, die unter anderem mit Hackschnitzel beheizt werden, infrage. Die für die Wärmeproduktion erforderliche Energie gilt als besonders nachhaltig.
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